Good Times Roll

Und weiter geht’s mit der Alleycat Zusammenfassung von Nils:

„Der Samstag begann mit strahlendem Sonnenschein und die Temperaturen näherten sich zum Mittag der 20-Grad-Marke. Am Suicycle Store fand sich nach und nach die Fixed Szene von Hamburg und deren Gäste aus dem In- und Ausland ein, um sich für das Alley Cat zu registrieren oder auch ein Pils und Grillgut in der Sonne genießen zu können.  Kimberley, Sam, Fleming (unser Gastgeber, bei dem wir uns noch einmal an dieser Stelle ausdrücklich für das bombastische Frühstück und den Ride bedanken wollen) und ich, meldeten uns als Team an. Für uns war es nicht wichtig, hier eine größtmögliche Anzahl an „Tacken“ und einen der Preise abzuräumen. Wir wollten vielmehr das Alley Cat als rollende Beobachter erleben und waren gespannt, was uns an der einen oder anderen Station an das Monopoly angelehnte Alley Cat erwarten würde. Da wir noch viel Zeit hatten, zeigte uns unser Gastgeber Fleming (Danke, danke, danke! ! !) bei bestem Radelwetter sein St. Pauli und einige Randbezirke davon.

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Am Abend fanden wir uns auf einem großen freien Platz in der Nähe des Heiligengeistfeldes ein. Mit der Zeit schlugen hier immer mehr Gestalten mit blinkenden Leichtbaurädern auf. Und auch die Highrollers hatten hier ihren Auftritt. Von einem der Organisatoren erfuhren wir dort, dass sich insgesamt sage und schreibe 220 Teilnehmer für das Pankt Saulopoly angemeldet hatten. So viele hatten noch nie am Pankt Saulopoly teilgenommen. Um 21 Uhr sollte der Startschuss erfolgen. Jemand warf einen Böller, ein lauter Knall ertönte und plötzlich machten sich 220 Fixies, Singlespeeds, Renn- und Hochräder auf den Weg. Als wir den Marktplatz verließen, hörte ich eine von dem plötzlichen auftretenden Fahrradmob überraschte Passantin aufgeregt rufen: „Was ist denn hier los?“ Ob sie die Antwort in Erfahrung bringen konnte, weiß ich bis heute nicht, blitzschnell war alles auf zwei Rädern in den umliegenden Bezirken untergetaucht.

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Auch unser Team versuchte die erste Station gemeinsam zu erreichen. Kimberley verlor jedoch im Getümmel der 440 Laufräder den Anschluss. Nur mit einem Notanruf konnten wir das Team Goodtimesroll/Fleming  wieder vereinen. Während wir gleich nach dem Start eine hohe Anzahl an Ordnungshütern erblickt hatten und uns meistens an die Straßenverkehrsordnung hielten – wir hatten extra für dieses Event unsere Räder mit Handbremsen ausgestattet – gingen andere für Ruhm und Ehre und um einen der Preise abzuräumen auf’s Ganze. Im Volltempo überquerten sie selbst die größten Ampelkreuzungen unter vollkommener Missachtung der STVO, der eigenen körperlichen Gesundheit und der zahlreich auftretenden Bullinnen und Bullen. Dabei gaben sie den anderen Verkehrsteilnehmern durch Rufen und Handzeichen unmissverständlich zu verstehen,  dass an diesem Abend nur eine Verkehrsgruppe uneingeschränkte Vorfahrt haben würde.  An einer Kreuzung hielten sich bis zu 15 Uniformierte auf, in der Hoffnung jemanden beim Überfahren einer roten Ampel zu erwischen. In Hamburg kann man sich für ein solches Vorgehen mit dem Fahrrad drei Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe von 300 Euro einhandeln. Insbesondere für brakeless Riders hat die hiesige Ordnungsmacht überhaupt kein Verständnis und kassiert Räder ohne mit der Wimper zu zucken.

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Den Vogel schoss jedoch ein namenloser Fahrer im Vollzug einer Polizeikontrolle durch Fahrradpolizisten ab. Während seine Freunde von den Beamten angehalten wurden und diese in ein Gespräch verwickelten, hielt jener an deren Diensträdern und machte diese mittels Kabelbindern fahruntauglich. Im Laufe des Abends wurde dieser namenlose Rächer in den Gesprächen der Teilnehmer vom Alley Cat zum Helden der Fixed Szene erkoren. Und tatsächlich fand so mancher Gast wie auch wir am Ende der Afterparty im Gängeviertel plötzlich einen Kabelbinder an seinem Rad vor, der Rahmen und Hinterrad miteinander verband. Nebenbei rasten die Teilnehmer von Checkpoint zu Checkpoint, um die für die Endwertung so begehrten „Tacken“ abzuräumen. Hierbei musste sich so mancher auch mal im Falle von Würfelpech ins Gefängnis begeben, um dort mit einem Stempel zum Checkpoint zurückkehren zu können oder eine Mehlschlacht über sich ergehen lassen. Da wir zweimal dieses Pech hatten, nahm der bemitleidenswerte Fleming als Ortskundiger die Extrakilometer auf sich.

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Da jeder Alley Cat Teilnehmer auch gleichzeitig für die Afterparty Zutritt und eine Mahlzeit (vegane Burger mit veganen Pommes und veganem Ketchup 😉 bekam, war diese natürlich hervorragend besucht. Die Alley Cat und Ghetto Crit Gewinner bekamen ihre Preise (Sam erhielt für seinen Sieg beim Ghetto Crit eine blaue Messenger Bag, die sich am nächsten Tag zu seiner Verwunderung als grün herausstellte) und ließen sich von der Gästeschar verdientermaßen gebührend feiern. 

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Und wenn die DJs vom Ghetto Crit nicht auch noch gefesselt an einem Baum gehangen hätten, so hätte mich dieser Ausgang der Geschichte an ein berühmt berüchtigtes Gallierdorf erinnert, welches einer hervorragend gerüsteten Ordnungsmacht mal wieder ein Schnippchen geschlagen hatte. Aber dafür haben die Jungs hinter dem Mischpult mit ihrem perfekten Ghettoelektrosound ihren Job einfach viel zu gut gemacht. 

Uns hat es sehr gut gefallen. Wir hatten ein fantastisches Wochenende und im nächsten Jahr wollen wir aus dem Pott auf jeden Fall wieder dabei sein!“

 

 

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