Good Times Roll

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Was würdest du tun, wenn du super spontan von einem fahrradverrückten, aber total liebenswerten Freund eingeladen wirst, mit ihm beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring an den Start zu gehen, um für einen verhinderten Freund einzuspringen? Ich habe nicht lange überlegt. Ein Freund wird Vater, kann selber nicht fahren und ich springe als Ersatzmann im Team „einRITTEbitte“ ein. Morgen Mittag um 12:30 Uhr ist Start auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Schnell wird alles (es ist Freitagabend, 20:00 Uhr), was noch so spontan möglich ist, vorbereitet. Essen, Schlafsack, Isomatte und Bialetti kommen ins Auto, der Wecker klingelt früh und schon geht ein weiteres, spontanes Abenteuer los.

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Die verschiedenen Teams haben den Nürburgring mit ihren Lagern eingenommen und alles erinnert an ein Festival. Nur dass hier statt Bier Energygel verzehrt wird. Gestartet werden kann beim 24 Stunden Rennen in 1er, 2er, 4er oder 8er Teams. Am Ende schafft der schnellste Solofahrer 26 Runden auf dem 26 Kilometer langen Kurs mit 580 Höhenmetern pro Runde; insgesamt also ca. 676km. Das schnellste 2er Team sogar 30 Runden. Die verschiedenen Teams, teilweise ausgestattet wie Profis, haben durchgetaktete Rennpläne, Physiotherapeuten und genau geübte Fahrerwechsel. Wir dagegen merken am Ende, wie schnell die 24 Stunden umgehen, wenn es 24 gute Stunden sind. Unsere Renntaktik läuft nach dem Motto: Momente statt Segmente. Wir genießen jede (fast jede) einzelne Runde, fahren die erste Runde symbolisch zusammen und machen sogar teilweise zusammen Pause. Eine Fahrerin fragt uns, wer denn dann gerade auf der Strecke sei und ob wir nicht gerade Zeit verlieren würden. Wir stellen schnell richtig, dass es dabei nicht ums „gewinnen“ oder „verlieren“ geht. Wir gewinnen Zeit, die wir genießen und verlieren nichts währenddessen. Ob wir dabei in die Pedale treten und die hohe Acht auf der Strecke bezwingen oder nachts bei Livemusik mit einem wohl verdienten Bier an der Bühne sitzen.

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Zu den Highlights innerhalb der 24 Stunden gehören die beiden steilsten Stellen im Kurs. Die Abfahrt, in der ich morgens vor dem Frühstück um 6:00 Uhr die 95 km/h Marke knacke, sowie der Anstieg zur hohen Acht. Mit 17 Prozent Steigung werden hier viele nach etlichen Stunden auf dem Rad gezwungen zu schieben, aber alle, die es schaffen werden mit Laola-Wellen am Gipfel begrüßt.
Für’s Abendprogramm spielt eine Live Band vor zwei dutzend Zuschauern, die auch eine Zugabe einfordern und den Abend gemeinsam ausklingen lassen. Der Rest des Teilnehmerfeldes ist im Rennmodus und entweder auf der Strecke oder „recovered“ gerade vor den nächtlichen Rennablösungen.
Die Runde um 5:30 Uhr zum Sonnenaufgang sollte man definitiv auch genießen und nicht zu schnell an der in morgendlichem gold getauchten Landschaft vorbei knallen.
Der Support und Service vom Veranstalter ist einzigartig. Keine einzelne Rund vergeht, ohne dass mindestens zwei oder mehr Servicewagen überholen und alle Fahrer mit technischen Defekten einsammeln und schnell zurück ins Fahrerlager bringen. Einige Quads versorgen die Rennfahrer mit Getränken und an verschiedenen Stellen auf der Strecke gibt es Verpflegung.
Zusammengefasst kann man sagen, obwohl wir nicht auf Sieg, sondern auf Spaß gefahren sind, haben wir gewonnen! 24 unglaubliche Stunden im 2er Team.

Ein paar Impressionen aus unserem kleinen Lager hat Kai__Ro geschossen. Hier haben wir uns verpflegt, geschlafen und gelacht.

#momentestattsegmente

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