Good Times Roll

Dank der Einladung durch Homair Vacances haben es die Jungs, als es hier nass und kalt wurde, für eine Woche nach Korsika geschafft und konnten die Insel und ihre Bewohner auf absoluten high-end Rennrädern von Ritte erkunden. Was, wie, wo abging erfahrt ihr im folgenden von Nils, mir hat auf jeden Fall das Herz geblutet dass ich nicht mit von der Partie war. Das Video ist auch gerade in der Mache, ihr dürft schon gespannt sein!

Pigs and peaks- mit Ritte auf Korsika 

Nicht zuletzt weil wir einzigartige Räder lieben, hat sich Goodtimesroll im vergangenen Jahr für die Zusammenarbeit mit der Sportsnut GmbH, welche die Highclass-Rahmen von Ritte in Deutschland vertreibt, entschlossen. So stand schon etwas länger das Angebot im Raum, die beiden Zugpferde der Ritte Kollektion, das Ritte Ace aus Karbon und das Ritte Snob aus Edelstahl zu testen. Als wir dann schließlich von Homair Vacances in eines ihrer Feriendomizile in Frankreich eingeladen wurden, hatten wir uns schnell für das Reiseziel Korsika entschieden. Uns war natürlich auch zugetragen worden, dass Korsika nicht nur ein Geheimtipp für Radsportreisende ist, sondern auch landläufig als Insel der Schönheit bezeichnet wird. Zu guter Letzt bot sich hier die Gelegenheit mit der Mithilfe unseres Filmemachers Dustin Janczewski von den Captured Heroes ein paar schöne Filmaufnahmen zu machen.

Eine Woche vor Beginn der Reise kamen die Räder bei uns im Ruhrpott an und die Sportsnut GmbH hatte sich tatsächlich nicht lumpen lassen. Sie hatten die Rahmen von Ritte für uns mit exzellenten Komponenten versehen. Diese waren jeweils mit der kompletten Schaltgruppe Sram Red ausgestattet und zu allem Überfluss mit dem Karbonlaufradsatz Zipp 404.

Das Design des schwarzen Ritte Ace aus Karbon erinnerte mich persönlich bei der ersten Betrachtung eher an einen Stealthfighter oder an das Batmobil. Das „mitternachtsblaue“ Ritte Snob stand in seiner klassischen Stahloptik seinem unwesentlich leichteren Bruder in Sachen Leichtbau und Eleganz in nichts nach.

Ein paar Tage später sollte es also losgehen. Dustin, Sam, Greta und ich traten mit pickepackevoll gepacktem Mietwagen die Reise nach Korsika an und setzten nach einer Nachtfahrt und ein paar Stunden Aufenthalt in Livorno von Italien aus nach Bastia auf Korsika über. Nach der mehr als vierstündigen Fahrt mit der Fähre hatten wir noch ca. zwei Stunden Autofahrt auf Korsika vor uns. Schließlich kamen wir in der Dunkelheit im Feriendorf von Homair Vacances in Ghisonaccia an der Ostküste an.

2015-09-20 14.33.14-1

 

Am nächsten Tag bauten wir nach dem Frühstück gleich unsere Räder auf und begaben uns auf unsere erste Ausfahrt in das nah gelegene Gebirge. Direkt am Ausgang des Feriendomizils gen Westen abgebogen tat sich für uns die atemberaubende Schönheit der Insel auf. Vor uns kündete sich durch übereinander türmende Gebirgskämme eine unvergleichliche Naturerfahrung an.

Das Klima war in diesen letzten Septembertagen bei Temperaturen von um die 26 Grad Celsius und einer leichten Brise immer noch sehr angenehm. So hatten wir nach zehn Kilometern auf relativ flacher Strecke bis zum Aufstieg Richtung Lugo-di-Nazza immer noch leichtes Spiel. Die Kletterei machte mit unseren Leichtgewichten trotz oder gerade wegen der Anstrengung ausgesprochen viel Spaß. Über Serpentinen ging es über mehrere Kilometer, bei im Schnitt sieben bis acht Prozent Steigung, stetig bergauf; kleinere Plateaus sorgten selten für kurze Entlastung. Nach nur etwa einer guten Stunde fuhren wir inmitten des Mittelgebirges; rechts hunderte Meter tiefe Schluchten links ein ebenso hohes Felssteinmassiv. Das Gefühl zuweilen auf einen hunderte Meter tiefen Abgrund hinzu zu fahren ließ uns respektvoll erschaudern.

Auf dem Rückweg kamen wir durch Lugo-di-Nazza, eines von vielen typisch korsischen Bergdörfern mit wenigen Häusern, einem Friedhof und einer kleinen Kapelle.

Links unter uns zeigt sich eine relativ neu asphaltierte Gebirgsstraße, die sich leicht schlängelnd in die Berglandschaft schmiegte. Ein Schild kündigte eine acht Kilometer lange Abfahrt an. Sam und ich sahen uns an und wussten, dass wir uns das nicht entgehen lassen konnten. Sogleich stürzten wir uns in den Abgrund und genossen den Speed. Zum Teil nur leicht kurvig, zum Teil serpentinenartig rasten wir mit einem Grinsen im Gesicht zurück ins Tal.

Foto 24.09.15, 12 24 42

 

 

Die nächsten Tage zeigten uns, dass wir eigentlich nicht lange suchen mussten, um eine schöne Tour zu bekommen. Eigentlich musste man nur einen der Anstiege Richtung Gebirge wählen und sogleich konnte man in eine landschaftlich abwechslungsreiche Vegetation eintauchen. Sobald man den ersten Berg überwunden hatte, konnten wir kilometerweite Täler überblicken. Das Panorama ist hier auf Korsika an verschiedenen Stellen unglaublich beeindruckend. Allenfalls musste man – um nicht immer mit demselben Aufstieg beginnen zu müssen – ein paar Kilometer auf der über die Ostküstenstädte verlaufenden Verbindungsstraße in Kauf nehmen. Aber auch dies erwies sich als weniger unangenehm als auf unseren heimischen Landstraßen im Ruhrgebiet. Hier im korsischen Urlaubsparadies fahren die Autofahrer entspannter und halten ausnahmslos den nötigen Abstand zu uns Radfahrern. Außerdem fiel uns auf, dass wir problemlos zu zweit über mehrere Kilometer einen Vierziger Schnitt halten konnten. Eine Tatsache an der das hochwertige Material von Ritte sicherlich keinen unbedeutenden Anteil einnahm. Dazu komme ich aber noch an späterer Stelle.

2015-09-21 11.53.50

 

In den nächsten Tagen wiederholten wir unsere Radtouren, machten aber auch so Dinge, die man halt so tut, wenn man im Urlaub ist. Wir gingen im Meer schwimmen, brutzelten in der Sonne oder besuchten die heimischen Märkte, um die hiesigen Lebens- und Essensgewohnheiten zu erforschen. Für Radsportler bietet die Insel alles, was sie gerne haben. Berge, Anstiege, Abfahrten und abwechslungsreiche Landschaften. Die Drehs waren, aufgrund der Leichtigkeit, paradiesische Spots auszumachen, schnell im Kasten.

 

Was an Korsika ganz besonders ins Auge fällt, ist das häufige Auftreten verwilderter Tiere, die hier direkt am Straßenrand weiden. Auf Ziegen, Schweine, Kühe und sogar Pferde trifft man hier in regelmäßigen Abständen. Insbesondere die verwilderten Hausschweine, die friedlich hier ihr Futter suchen oder sich sprichwörtlich „sauwohl“ im Staub wälzen, hatten es uns angetan. Korsika ist wie ein großer Streichelzoo und eine willkommene Abwechslung auf einer längeren Fahrradtour mit mehreren tausend Höhenmetern im Gebirge.

Nur einmal hatten wir eine kleine Schrecksekunde als unser Auto bei einem Dreh auf einer Abfahrt beinahe in eine Ziegenherde hinein fuhr, die sich kurz hinter einer kleinen Bergkuppe auf und in der Nähe der Straße aufhielt. Dank Gretas Reflexen kamen zum Glück weder Ziegen, Kameramann noch wir Fahrer zu Schaden. Nur die Hirtin wirkte auf französisch fluchend etwas angesäuert. Eine Kuh die ich einen Tag später tot am Straßenrand auffand hatte anscheinend leider weniger Glück.

Ein ganz besonderes Ausflugsziel auf Korsika stellen die verschiedenen Wasserfälle und Gumpen dar, die man auf der Insel nach mehr oder weniger langem Suchen finden kann. Im höheren Gebirge noch eiskalt sammeln sie sich tiefer unten im Tal in smaragdgrün bis azurblau fluoreszierenden Auffangbecken an und laden zum Schwimmen, Schnorcheln und Verweilen ein.

Foto 25.09.15, 12 29 47

 

Unser Feriendorf Marina d’Erba Rossa bot die übliche Abendunterhaltung, wie sie für Familien, die auf Entspannung aus sind, interessant erscheinen. Animateure halten die Gäste mit kleineren Gags, Spielchen und Tanzmitmach-Übungen bei Laune. An der Bar gibt es Cocktails, im Restaurant die landestypischen Spezialitäten. Tagsüber kann man es sich im Spa- und Wellnessbereich gefallen lassen oder ganz klassisch am Pool verweilen. Wir gingen jedoch nach einem abwechslungsreichen Urlaubs- und Radfahrtag mit unseren Fackeln lieber gleich an den direkt anliegenden Strand hinter dem Pool, machten ein kleines Lagerfeuer oder zählten die Kometeneinschläge inmitten der Myriaden von Sternen, die man hier ganz besonders gut beobachten kann.

151026_GTR_Korsika_DJ_03.00_02_03_19.Standbild046

 

Für uns war das alles in allem ein perfektes Paket an äußeren Bedingungen, um Ruhe du Entspannung mit und ohne unserer Renner zu bekommen.

Am Ende bleibt abschließend noch zu beurteilen, wie viel Freude die beiden zugegebener Maßen hochpreisigen Rittes dem Fahrer bereiten. Die einfache Antwort: Jede Menge!!!

Beide Rahmen tun sich an Optik und Steifigkeit nicht viel. Die insgesamt knapp sieben Kilogramm Radmasse lassen sich spielerisch am Anstieg hoch pedalieren. Insbesondere das mit ca. 1350 Gramm Rahmengewicht leichtere Ritte Ace zeigt sich am Berg unschlagbar. Ob im Sitzen oder im Wiegetritt, man muss nicht Marco Pantani heißen, um das Gefühl zu bekommen, als würde man sich majestätisch wie ein korsischer Steinadler den Berghang hinauf schwingen. Auch das Ritte Snob überzeugt in dieser Disziplin, wenn gleich sich der kleine Gewichtsunterschied natürlich bemerkbar macht. Der große Vorteil des Snobs zeigt sich natürlich in seinem Material. Erschütterungen federt das Snob leicht weg und legt damit ein beeindruckende Performance an den Tag. Dies merkt man insbesondere während der Abfahrten und auf ungleichmäßigem Terrain. Insofern spricht der Snob eher für eine relaxte Fahrweise während das ungestümere Ace etwas mehr die Geschicklichkeit des Fahrers herausfordert.

Foto 24.09.15, 12 22 11

 

Wie man es dreht und wendet, die beiden Rahmen zeigen eine große Qualität auf der Straße. Ob man sich nun für das eine oder andere Modell entscheiden möchte: im Preis tun sich die beiden nicht viel. Der Langstreckenfahrer würde sich vermutlich eher für die komfortable Variante aus Edelstahl entscheiden. Die Rennfahrer würden wohl eher zum leichteren Modell aus Karbon tendieren. Sam und ich haben uns auf beiden Bikes ausgesprochen wohl gefühlt.

Zudem sind beide Rahmen echte Hingucker. Ihrem Fahrer stehlen die Räder locker die Schau. Mir ist es sogar passiert, dass ich von begeisterten Passanten genötigt wurde, sie mit dem Rad zu fotografieren. Ganz klar! Das Rad ist der Star!

Foto 23.09.15, 17 13 56

 

Fazit

Die Reise nach Korsika hat sich für uns voll und ganz gelohnt. Wir vier waren mit verschiedenen Ansprüchen auf die Insel gekommen und wurden alle von der Insel überzeugt. Ob als Trainingslager mit dem Team oder zum sportlichen Aktivurlaub mit Freunden oder Familie kann Korsika so ziemlich allen Vorstellungen gerecht werden. Man findet hier mit Leichtigkeit atemberaubende Landschaften in einer farbenfrohe Flora und Fauna vor.

Wir hatten sowohl in den knackigen Bergpassagen als auch in den schnellen und weitestgehend Auto freien Abfahrten einen riesigen Spaß. Mit dem Gefühl die Insel zu verlassen, ohne sie zur Gänze kennen gelernt zu haben, sind wir abgereist und sind uns sicher dass wir sie hoffentlich nicht in allzu ferner Zukunft wieder besuchen dürfen. Fantastischerweise dann noch mal mit den hier vorgestellten Velos von Ritte.

Eine Antwort zu “GoodTimesRoll auf Korsika”

  1. Andreas Kasack sagt:

    super schöner Clip & die Pic’s erste SAHNE !!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.