Good Times Roll

Fotos und Text wenn nicht anders angegeben von Stefan Bieniasch

Samstagmorgen, 1:30Uhr klingelt der Wecker. Das heißt Freitagabend 18:00Uhr ab ins Bett, puhhh. Gar nicht so einfach nach einer Woche Krankenschein. Vor 10 Tagen noch wurde ich von einem Motorroller auf meinem Rennrad angefahren und war dementsprechend nicht so gut drauf. Mein geliebtes Ritchey Logic Road hatte einen Totalschaden und meine Knie wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Komischerweise war das Radeln aber kein Problem und es ging um 2:30Uhr mit der S-Bahn Richtung Duisburg zur Ruhr2NorthSeaChallenge, 300Km von Duisburg nach Bensersiel, an einem Tag!

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Diesen Challenge Gutschein hatte ich  2016 von meiner Freundin zu Weihnachten geschenkt bekommen, mit der Aussage „Du wolltest doch schon immer mal mit dem Rad  zur Nordsee“! 😀  OK, an eine Eintagestour hatte ich dabei nicht gedacht. Egal warten wir mal ab, ist ja noch Zeit bis dahin. Am Start angekommen (4 Uhr) waren schon reichlich Gleichgesinnte versammelt und pickten sich Kaffee und Bananen. Knapp 500 Starter sammelten sich im Startbereich und teilten sich, ihrer Durchschnittsgeschwindigkeit entsprechend, auf. Ich habe mich im 22er Bereich positioniert, da ich meinen Knien nicht so ganz vertraute. Nach einem Gruppen Startfoto ging es dann pünktlich um 4:30 Uhr los. Leider ist mein ursprünglich eingeplanter Spannmann Paul, aufgrund einer Sportverletzung abgesprungen und es ging für mich allein auf reisen.

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Entspannt dem Sonnenaufgang entgegen ging es zur ersten Zwischenstation nach Raesfeld (50km). Hier hieß es, nicht lang aufhalten und nur die Trinkflasche auffüllen. Das Wahoo ELEMNT führte mich präzise, mit der vorher vom Veranstalter erstellten GPX Route, über nette Radwege und superschöne Nebenstraßen. Der nächste Zwischenstopp stand an und es gab endlich lecker Frühstück.

 

by R2NC

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In Gronau-Epe (Km 100) wurde die Frühstücks Wertmarke gezückt und es gab ausreichend Brötchen, Belag und Kaffee. Frisch gestärkt ging es mit perfektem Rückenwind weiter. Die Knie hatten sich bisher noch nicht gemeldet und ich war bis hierhin mit einem 31er Schnitt unterwegs, erschreckend gut. Als nächster Halt war Georgsdorf (Km 150) geplant. Auch hier war wieder nur kurz aufhalten angesagt, ich schnappte mir ein paar Powerbars für unterwegs und spülte die trockene Kehle mit einem Schuss Cola. Auf den langgezogenen Wegen kam zwischendurch auch irgendwann ein wenig Langeweile auf, da die Abwechslung der Landschaft (Kühe, Feld, Windräder, Kühe, Windräder, Feld….) etwas mau war. Also hieß es Kopf hoch und weiter zum nächsten Checkpoint Dersum (Km 200). Hier gab  es den Mittagstisch mit Suppe, Spagetti Bolognese (auch vegetarisch) und alkoholfreiem Weizen. Lecker! Im Außenbereich waren Sonnenstühle aufgestellt, ich gönnte mir eine verdiente 20min. Pause und plauderte mit anderen Fahrern, die die Challenge schon das zweite oder dritte Mal fuhren.

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Nach der Pause wurde es für mich hart sich wieder aufzuraffen und auf´s Rad zu steigen. Die letzen 100km wurden in drei Etappen (Leer Km 240, Aurich Km 270, Bensersiel Km 300) eingeteilt und machten es gefühlt ein wenig leichter. An den letzten beiden Stopp´s habe ich mich nicht lang aufgehalten, schnell ein Stück Kuchen + Kaffee in Leer und ein alkoholfreies Weizen in Aurich ( „Zur ewigen Lampe“ bester Kneipenname). Die letzten Kilometer taten ganz schön weh, mein Hintern saß gefühlt auf einem Backblech und die Knie brannten wie Feuer. Arschbacken zusammen kneifen und hart im Wind. Zwischendrin habe ich den Teilnehmer Oliver ins Schlepptau genommen, da er Probleme mit dem GPS Signal hatte und seine App nicht funktionierte. Auf den letzten 15Km fing es echt noch an zu Regen, nur war uns das jetzt auch egal, denn wir hatten das Ziel in Sichtweite. Da ist es!!!! Bäämmm, endlich!!! Nach 303Km, 11,5 Std Fahrzeit im Ziel Bensersiel, der Regen hörte auf  und die Sonne zeigt sich ein wenig. Wie geil ich hab es geschafft! Schnell ein Finisherfoto in der Fotobox und ab was Essen.

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Für die Nacht habe ich mir ein Zimmer per AirBnB in Dornum gebucht und ließ das Restwochenende auf Norderney ausklingen. Sonntagabend ging es mit dem IC von Norddeich zurück nach Dortmund. Für mich war es ein klasse Wochenende mit einer tollen Challenge und trotz aller Anstrengung, ich würde sie nochmal fahren!

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